Die Katinka Palfy Reihe

Maskenspiel von Friederike SchmöeMaskenspiel

Katinka Palfys erster Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2005
277 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 3-89977-636-4

Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 5. Auflage

Privatdetektivin Katinka Palfy hat endlich ihren ersten Fall! In der Bamberger Uni verschwinden Briefe und Dateien. Eine harmlose Sache. Doch im akademischen Biotop sind pathologische Charaktere erblüht und trachten einander nach dem Leben…

Leseprobe aus Maskenspiel

Katinka (…) schoss mit voller Geschwindigkeit um die Kurve zur Kapuzinerstraße und blieb prompt in einer desorientierten Touristengruppe stecken. Inzwischen war ihre Brille mit Unmengen kleiner Wassertröpfchen besprengt.

"Na klasse", explodierte Katinka. "Scheißtag."

Eine der Rentnerinnen, die vor ihr auf dem Radweg herumgelaufen war, rückte missbilligend ihr Plastikkopftuch zurecht. Katinka hätte gern etwas Gemeines über die Rentenbezüge gesagt, über Rentner in Luxusreisebussen und Kaffeefahrten, aber sie hatte es eilig. An der Weide geriet sie auf der regennassen Straße so heftig ins Schleudern, dass sie beinahe über den Lenker abgestiegen wäre.

Dann sah sie es.

Polizeiwagen.

Es waren zwei, ein Notarztwagen war auch da, und ein Leichenwagen fuhr gerade vor.

"Ach du Schande", entfuhr es Katinka. Laubachs Stimme dröhnte wieder in ihren Ohren. Sie sauste auf das graue Gebäude mit der Nummer 18 zu und bremste scharf.

"Na, na!", sagte eine Stimme. Ein langer Lulatsch in grünen Polizeiklamotten trat aus der Tür, legte die Hand an die Mütze und sagte:

"Hier könn Sie jetz grad ned nei."

"Ich muss", sagte Katinka und verzichtete darauf, ihr Rad abzuschließen. Schließlich war die Polizei da. "Laubach, Professor Laubach, hat mich gerade angerufen. Ich ermittle in dem Fall."

"Ach. Dörf ich fragn, wer Sie sänn?"

Katinka stöhnte matt. Dass die grünen Männer aber auch immer dann, wenn es schnell gehen musste, ihre bürokratischen Mätzchen veranstalteten.

"Mein Name ist Katinka Palfy", sagte sie, während sie ihren Rucksack nach ihrem Ausweis durchwühlte. Der Lange nahm ihn entgegen und studierte ihn verblüfft. Katinka musterte das lockige, rote Haar, das unter seiner Mütze hervorquoll.

"Ach so? Kadinga Balfy, ja? Ich wussd gar ned, dass wir hier a Dedegdivin ham", sagte er im breitesten Bamberger Dialekt und grinste Katinka an.

"Jetzt wissen Sie’s", brummte Katinka, nahm ihm den Ausweis wieder aus der Hand und lief ins Haus, die Treppen hinauf in den ersten Stock.

 

Kirchweihmord von Friederike SchmöeKirchweihmord

Katinka Palfys zweiter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Juli 2005
277 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 3-89977-643-7

Auch als Hörbuch erhältlich.
Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 6. Auflage

Aufregung in Bamberg. Kurz vor berühmtesten Kirchweihfest der Stadt treibt eine Tote im Fluss – gestorben an einer Ricinvergiftung. Privatdetektivin Katinka Palfy, gerade mit der Suche nach einer verschwundenen Ehefrau beauftragt, vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und ermittelt fieberhaft in alle Richtungen.

Da ereignet sich ein weiterer Todesfall. Am Kirchweihfreitag stirbt ein Mann im Gedränge der Altstadt. Wieder war Ricin im Spiel. Und an der Tür ihrer Detektei klebt ein Erpresserbrief: Wenn sie ihre Ermittlungen nicht einstellt, wird Bambergs größte Sause ein giftiges Desaster erleben. Katinka steht unter Druck: Vor dem beliebten Fischerstechen am Kirchweihsonntag muss sie die Karten der Verdächtigen neu gemischt haben…

Leseprobe aus Kirchweihmord

Etwas polterte eigenartig im Wasser, das fiel ihr auf, als sie sich schon fast vom Ufer abgewendet hatte. Oder es war ein Schleifen, das an ihren Ohren kratzte und sie bewog, sich umzudrehen. Sie rückte an ihrer Brille. Die Gläser waren innen vom Schweiß verschmiert, sie nahm sie rasch ab und wischte sie an ihrem T-Shirt sauber. Die Verbesserung war nicht berauschend. Wieder das Kratzen. Die Geräusche der Stadt tauchten weg, und Katinka ging zügig auf das noch verwaiste Bierzelt und die Uferböschung zu. Mit drei beherzten Schritten stand sie im Gras und starrte in das braune, zügig dahinfließende Regnitzwasser.

Sie sah ein Bein.

Katinka war sich ganz sicher, daß es ein Bein war, das weiße, fast transparente schmale etwas, das immer wieder gegen die Holzverschalung der Zeltkonstrunstruktion schabte. Dann sah sie einen Fuß, bloß, ohne Schuh oder Strumpf, mit angeknabberten Zehen. Katinka schluckte. Sie griff in die hintere Tasche ihrer Shorts. Ihr Handy war immer dabei. Sie hatte die Nummer schon gewählt, während das Bein sich löste und ein Stück weiter trieb. Es rumste, als ein ganzer Mensch vom Wasser gegen die Holzpfosten gedrückt wurde.

"Uttenreuther?" Seine Stimme klang müde und trocken.

"Hardo", krächzte Katinka und dankte dem Himmel für ihre nunmehr guten Kontakte zur Bamberger Kripo. "Ich stehe am Leinritt, gleich beim Festzelt. Da treibt eine Leiche im Wasser. Ein Mädchen." Sie stockte und betrachtete das in den Wellen wehende, lange dunkle Haar der Toten. "Also, eher eine junge Frau."

Keine zehn Minuten später stand Uttenreuthers mächtige Gestalt. wie immer in Jeans und kariertem Hemd, neben Katinka und fragte: "Also, was genau haben Sie hier getrieben, Palfy?"

 

Fratzenmond von Friederike SchmöeFratzenmond

Katinka Palfys dritter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2006
284 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 3-89977-675-5

Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 3. Auflage

Katinka wird von der 76jährigen Ida Schenck engagiert, um sie vor einem Spuk zu beschützen: Der Bamberger Reiter geistert des Nachts um Idas Villa. Katinka verdächtigt die alte Dame, eine etwas zu lebhafte Fantasie zu haben. Doch als sie sich auf die Lauer legt, bemerkt sie, dass kein Spuk umgeht, sondern ein Mörder…

Leseprobe aus Fratzenmond

"Wie war das gleich mit Geistern", hörte sich Katinka fragen. "Die kann man gar nicht erschießen, stimmts?"

Ida Schenck wiegte den Kopf hin und her.

"Geister wohl nicht. Aber der Reiter, der durch meinen Garten geschlichen kam, ist garantiert kein Geist."

"Sie haben wirklich niemanden in Verdacht?"

"Absolut nicht. An wen sollte ich denken! Niemand will mir Böses. Meine Verwandten bestimmt am allerwenigsten. Ich habe eine Menge zu vererben. Wer lässt sich sowas schon entgehen… Da versucht jeder, sich von seiner besten Seite zu zeigen." Sie lachte herzlich. "Mit der Verwandtschaft ist das eine eigentümliche Sache. Hüten Sie sich vor Ihren Verwandten. Das sind die Leute, die Ihnen in Ihrem Leben am meisten Schwierigkeiten machen."

Abgesehen von der Echtheit des spukenden Reiters hatte Katinka sich die Frage nach der Motivlage auch schon gestellt. Warum erschreckte jemand eine alte Dame, die allein in einer mit fremdartigen Souvenirs vollgestopften Villa lebte – pardon, in Kohabitation mit einem Hindu-Kater. In ihrer Fantasie konnte sie sich allerlei Szenarien ausmalen. Besonders jetzt, in der Dunkelheit des Hauses mit seinen müden Geräuschen, den knarzenden Holzdecken, den raschelnden Zweige im Garten, den Tatzen des Katers, die den Parkettboden kaum zu berühren schienen. Beleuchtet von der Kerze sah Ida Schencks Gesicht maskenhaft aus und, da sie keine Miene verzog, beinahe leblos.

Katinka griff nach einem Stück Kuchen.

"Glenfiddich ", kam es aus dem Ohrensessel.

Katinka zuckte zusammen.

"Nichts Gefährliches, Frau Palfy, nur ein Whiskey-Kuchen, eine Delikatesse aus Schottland. Überhaupt eines meiner bevorzugten Reiseziele. Früher natürlich. Das Wetter macht's. Bei den ständigen Wechseln von Regen, Sturm und Sonne wird Schottland nie von Touristen überlaufen sein."

Katinka spürte nur den Lufthauch, als Vishnu zum Sprung ansetzte und neben ihrem Kuchenteller auf dem Tisch landete.

"Hej, verzieh dich", wisperte sie.

"Er darf", verkündete Ida. "Ich weiß, dass er ungezogen ist. Aber sehen Sie es ihm nach. Was habe ich schon davon, wenn er nicht auf den Tisch springt." Sie kicherte. Katinka kam sich vor wie in einem Film von Almodóvar, umkreist von seinen spleenigen Figuren. Sie biss in den Glenfiddich-Kuchen und starrte hinaus in den Garten. Am Fenster stand der Bamberger Reiter und blickte zu ihr ins Zimmer.

 

Käfersterben von Friederike SchmöeKäfersterben

Katinka Palfys vierter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Juli 2006
323 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 3-89977-681-X

Auch als Hörbuch erhältlich.
Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 2. Auflage

Eine ungewöhnliche Verbrechensserie in Bamberg sorgt für Aufsehen: VW-Käfer werden rituell erdolcht und in der Stadt ausgestellt. Ein skurriles Kunstprojekt? Privatdetektivin Katinka Palfy bemerkt die Brisanz des Falles erst, als ihre Freundin, die Bildhauerin Dani Zanini verschwindet. Auf dem Hochplateau des Staffelbergs macht sie eine schaurige Entdeckung. Doch noch ist das Rätsel nicht gelöst und Katinka selbst die Gejagte eines gerissenen Mörders…

Leseprobe aus Käfersterben

Der Fotograf turnte um den Tatort herum und schoss Bilder. Katinka stand neben Hauptkommissar Harduin Uttenreuther innerhalb der Polizeiabsperrung und betrachtete das Opfer.

"Kann einem ja leid tun", sagte einer der Beamten. "Und schon der zweite in dieser Woche."

"Glauben Sie, da ist ein Serientäter am Werk?", rief Britta, kramte einen Schreibblock aus ihrer XXL-Tasche und pickte mit den Zähnen den Kugelschreiber aus seiner Halterung. "Beerenstrauch, Fränkischer Tag, Lokalredaktion, Sie wissen schon."

Der Beamte feixte. "Ja, ja, wir kennen Sie. Sieht stark danach aus. Was meinen Sie, Kollege?" Er sah sich nach Hauptkommissar Uttenreuther um. Der schob die Hände in die Jeanstaschen und sagte: "Mir kann's egal sein. Ich habe ab morgen Urlaub." "Kommen Sie schon, Kommissar. Mord fällt doch in Ihr Ressort, oder?" Der Mann formte mit den Händen zwei Pistolen und schoss in die Luft.

Katinka achtete nicht auf die Frotzelei der beiden. Ihre Freundin Britta, Lokaljournalistin bei Bambergs Tageszeitung, hatte sie angerufen und zum Tatort bestellt. Schließlich sollte die einzige Privatdetektivin am Ort wissen, was seit Neuestem in der Stadt abging. "Eine Mordserie der ganz üblen Art", hatte Britta aufgeregt in Katinkas Ohr geschrieen. Nach einem flotten Spurt durch den Nachmittagsverkehr auf ihrem Fahrrad stand Katinka nun neben der 'Leiche' am unteren Ende der Molitorgasse und sah den Polizeitechnikern bei der Arbeit zu. Neugierige drängten sich zu Dutzenden um die rot-weißen Plastikbänder. In den engen Gassen und auf der Brücke war wenig Platz. Polizeimeisterin Sabine Kerschensteiner, die Katinka von früheren Fällen kannte, bemühte sich nach Kräften, die Gaffer wegzuschicken. Einige rissen Witze, andere empörten sich lautstark. Wörter wie Saubande fielen. Das Stimmengewirr mischte sich mit dem Rauschen des Flusswassers in den Turbinen.

Katinka umkreiste den 'Toten'. Ein Langschwert steckte im Dach, Ströme von Blut liefen über die Seitenfenster auf das kupferbraune Blech.

"Schade drum", murmelte Harduin Uttenreuther neben Katinka. "Tja, da hat es ein Spinner auf Käfer abgesehen. Nicht auf irgendwelche. Auf Cabrios. Letzte Woche ein orangefarbener mit schwarzem Verdeck am Heumarkt, jetzt der Counterpart." "Ist das Ketchup?", fragte Katinka einen Mann im weißen Overall und deutete auf das Blut.

"Probieren Sie mal!" Er wischte mit seinem Latexfinger über die rote Masse und hielt ihn Katinka unter die Nase.
"Danke, zu freundlich", sagte Katinka angewidert. Sie wickelte die Jeansjacke fest um sich. Dieser Sommer begann eindeutig zu kalt und zu nass. "Wir finden die Marke schon noch raus", sagte er. "Schmeckt nach einem Hauch Chili. Tja, bald beginnt die Grillsaison. Sie sind doch Frau Palfy, oder? Die Privatdetektivin mit dem sicheren Händchen für Leichen. Wie wäre es mit dieser hier?" "Schickes Modell," entgegnete Katinka. "Und wer sind Sie?" Die gönnerhafte Art des Mannes nervte. "Fleischmann, Lutz." Er grinste. "Ich bin auch ganz gut für Tipps, nicht nur der Herr Hauptkommissar." Er wandte sich wieder dem VW zu. "Ich wusste gar nicht, dass Sie in Urlaub gehen", sagte Katinka, als sie sich wenig später mit Uttenreuther auf den Weg machte. Britta war schon davongebraust, um ihren Artikel für die morgige Ausgabe fertigzuschreiben.

Katinka war mit Hauptkommissar Harduin Uttenreuther, genannt Hardo, seit ihrem ersten Fall als private Ermittlerin vor einem guten Jahr auf du und du. Sozusagen, denn sie siezten sich nach wie vor, wenn auch ihre private Beziehung irgendwo zwischen Kollegialität und Freundschaft angekommen war. Bei Teilen der Polizei schien das Anlass für flache Witze zu sein. Jedenfalls waren ihr Lutz Fleischmanns Worte so im Ohr geklungen. "Keine Rede. Ich bleibe im Lande und läute die Kellersaison ein."

Keller – Katinka atmete das Wort ein und spürte, wie es sich wohlig in ihrem Körper ausbreitete. Die Bamberger Bierkeller hatten wirklich ein ganz besonderes Flair. Die Wirtschaften unter freiem Himmel befanden sich auf den Hügeln der Stadt, über den ehemaligen Kühlkellern der Brauereien. Ab dem späten Frühjahr pilgerten Bamberger und Gäste bergauf, um die lauschige Atmosphäre und natürlich nicht minder den frisch gebrauten Gerstensaft zu genießen.

"Bisschen kühl noch", gab Katinka zu bedenken, während sie über die Obere Brücke liefen. Der Mai hatte sich warm und sonnig angekündigt, bei der Stabübergabe an den Juni jedoch geschwächelt. Die Temperaturen lagen bei wenig überzeugenden 14 Grad, und ein scheußlicher Wind fegte in Böen über die Stadt. "Sie werden sich warm anziehen müssen."

"Schafskälte nennt man das. Fällt Ihnen nichts auf?"

"Was denn!"

"Ich habe den Fall für Sie freigegeben."

Hardo grinste sie an. Sommers wie winters in Jeans und Holzfällerhemd, seine altbekannte Lederjacke drüber, Turnschuhe an den Füßen, wirkte er äußerlich überhaupt nicht wie ein Polizist. In seinen grauen Augen aber glomm stete Wachheit, eine Aufmerksamkeit, der nichts und niemand entging.

"Sie können mich mal", sagte Katinka. "Nur weil sie mich schon oft genug aus den Ermittlungen raushaben wollten, stoße ich jetzt bestimmt keine Jubelschreie aus. Was soll ich mit dem Fall? Solange ich keinen Auftraggeber habe, der mich bezahlt …"

Er hob die Hände. "War nicht böse gemeint, Palfy." "Schon o.k." Sie riss sich zusammen, schließlich konnte man Uttenreuther eines nicht vorwerfen: nachtragend zu sein. Also wollte sie in nichts nachstehen. "Trinken wir noch einen Kaffee?" "Warum nicht." Hardo öffnete die Tür zum Café Riffelmacher. "Das Einzige, was ich heute noch tue, ist, meinen Schreibtisch aufzuräumen." Sie setzten sich an einen Tisch beim Eingang. Katinka war dankbar um den bullernden Ofen in der Ecke. "Der Käfer eben", sagte sie. "Der hatte kein Bamberger Kennzeichen. Einen Milchkaffee, bitte." "Eine heiße Schokolade", sagte Hardo. "Scharf beobachtet. Der erste auch nicht." "Wie lange dauert das, bis Sie den Halter ermitteln?" "Geht flott. Haben die Kollegen bestimmt schon erledigt." Katinka fuhr mit dem Zeigefinger über die Zuckerdose. "Sie brauchen auf lange Sicht einen Informanten bei der Zulassungsstelle", sagte Hardo. "Als Detektivin, meine ich." Katinka lächelte abwesend. Sie hatte gar nicht richtig gehört, was er sagte. Sie dachte über etwas nach. "Diese Morde, wenn man sie so nennen kann, sind mir unheimlich."

Hardo betrachtete sie ruhig. Wie immer, wenn er aufmerksam zuhörte, hefteten sich seine Augen wie Scheinwerfer auf seinen Gesprächspartner. Katinka spürte, wie sie unsicher wurde. Oft genug peinigte sie der Eindruck, seinen Erfahrungen und seinem Wissen nicht gewachsen zu sein. Er hatte in seinen knapp dreißig Jahren bei der Polizei einfach einen viel zu großen Vorsprung. In schwachen Momenten glaubte sie, ihn niemals einholen zu können. Aber selbst wenn ihr der Wind um die Ohren pfiff, wollte sie sich den Mut nicht nehmen lassen.

"Seit Anfang der Woche findet doch dieses Oldtimer-Treffen statt", sagte sie. "Es stand in der Zeitung. Da sind sicher auch Käfer dabei."

"Ja. Und?" Katinka zog den Kopf ein. Ja. Und. Ihm war natürlich alles klar, während sie selbst laut grübelte. Verlegen wischte sie sich über die Stirn. Schön blöd. Hättest du dir doch denken können, dass Hardo auch schon das Oldtimer-Treffen in Betracht zieht. "War nur laut gedacht." Die Getränke kamen. Katinka wärmte sich die Hände an der Milchkaffeeschale. "Die Kollegen haben die Autofans schon befragt. Der Käfer von Anfang der Woche gehörte keinem der Teilnehmer. Der Besitzer ist ein Urlauber, der auf dem Weg in den Süden in Bamberg Station gemacht hat. Ein junger Student, er hat in der Jugendherberge in der Wolfsschlucht übernachtet."

"Der arme Kerl. Sein Urlaub ist damit wohl zu Ende."

"Höchstwahrscheinlich." Katinka verrührte den Milchschaum. "Mir kommt das Ganze so … rituell vor."

"Eine Inszenierung?"

"So in der Art. Wenn ich jemandem das Auto kaputtmachen will, dann ist nichts einfacher, als mit einem Pfennigsnagel einmal über den Lack zu gehen."

Hardo hob eine Augenbraue, sagte aber nichts. "Der Täter musste in das Schwert investieren. Es sah teuer aus. Dann musste er Ketchup kaufen. Da kann er das billigste genommen haben. Was ich meine … Warum das alles?"

"Das Schwert ist eine interessante Sache", meinte Hardo. "Solche Schwerter findet man gar nicht häufig. Es sind Samuraischwerter, die haben einen speziellen Griff, extra Schneide, besonders geschwungen, was weiß ich. Und Sie haben recht: So eine Waffe ist teuer. Ab 300 Euro sind Sie dabei. In der vorliegenden Ausführung kosten sie bestimmte einiges mehr." Er schob seine Tasse hin und her. "Die Kollegen haben sich drangemacht, entsprechende Anbieter zu ermitteln. Es gibt in ganz Europa eine Reihe von Spezialgeschäften. Aber auch die üblichen Waffenläden verkaufen welche." Er trank seine Schokolade in einem Schluck leer.

"Und es ist nicht verboten, Schwerter zu kaufen, richtig?", fragte Katinka.

"Exakt." Er lächelte. Wie immer sprang das Lächeln einmal von Mundwinkel zu Mundwinkel und erlosch.

 

Schockstarre von Friederike SchmöeSchockstarre

Katinka Palfys fünfter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2007
324 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 978-3-89977-710-9

Auch als Hörbuch erhältlich.
Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 3. Auflage

Jahresbeginn 2005: Privatdetektivin Katinka Palfy ist vom Pech verfolgt. Erst wird sie Opfer eines Anschlags, dann verschwindet ihre Beretta, um kurz darauf wieder aufzutauchen: als Mordwaffe in einem Fall ohne Beweise, dafür mit umso mehr Motiven.

Katinka folgt der Spur in das mittelalterliche Städtchen Coburg, wo sie sich sehr zum Missfallen der dortigen Polizei in die Ermittlungen einklinkt. Als sie erkennt, dass unerwartete seelische Abgründe hinter unscheinbarem Glück und beruflichem Erfolg klaffen, wird der Burghof der trutzigen Veste Coburg auch schon zur tödlichen Falle.

 

Januskopf von Friederike SchmöeJanuskopf

Katinka Palfys sechster Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Juli 2007
271 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 978-3-89977-737-6

Auch als Hörbuch erhältlich.
Auch als E-Book erhältlich.

Jetzt in der 2. Auflage

Im unterfränkischen Königsberg stürzt eine Frau in den Tod. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord? Dem neuen Klienten der Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy wird der mysteriöse Todesfall per anonymem Brief in die Schuhe geschoben. Noch rätselhafter ist allerdings der Mann selbst: Ewald Isenstein leidet seit einem Unfall an einer Persönlichkeitsspaltung, sein Innenleben ist unberechenbar.

Katinka hält ihn für unschuldig, doch dann geschehen zwei Morde, und Isenstein hat wieder kein Alibi. Als auch ein Anschlag auf Katinka verübt wird, macht Kommissar Harduin Uttenreuther eine erstaunliche Entdeckung: Der Mörder scheint E.T.A. Hoffmanns Die Elixiere des Teufels „nachzuspielen“. Doch wenn das stimmt, wird es einen dritten Mord geben…

Leseprobe aus Januskopf

Wieder Donner. Diesmal erschreckend nah. Katinka rannte zum Auto zurück. Erste Tropfen fielen, als sie das Verdeck schloss, doch dann versiegte der Regen so plötzlich, wie er gekommen war. Die Wolken rissen auf. Für einen Augenblick ergoss sich schwefelgelbes Licht über die Erde. Ein Wagen brauste hupend vorbei.

„Wichser!“, schrie Katinka ihm nach.

Sie setzte sich ins Auto und wählte Toms Handynummer. Mailbox. Sie versuchte es bei Britta. Das gleiche. Nervös lehnte sie den Kopf ans Lenkrad. Es war mittlerweile kurz nach fünf. Blieb nur einer. Hardo.
Als er sich meldete, rollte tosender Donner über Katinka hinweg.

„Hardo?“

„Palfy! Was ist denn nun schon wieder?“

Er steckte wirklich ziemlich im Stress.

„Ich hab ein Problem. Genauer gesagt eine Autopanne.“

Er lachte leise, als sie ihm die Koordinaten durchgab.

„Das ist ein Jahrhundertereignis. Palfy sucht Hilfe bei einem Mann. Und ohne dass man sie halb tot aus der Gefahrenzone tragen muss.“

„Sehr witzig.“

„Ich hole Sie ab.“ Donner krachte. „Sie denken daran, dass ein Cabrio kein Faradayscher Käfig ist, ja?“

Katinka rollte mit den Augen.

„Ich lege mich unters Auto.“

„Machen Sie keinen Mist.“

Katinka legte auf und wartete. Das Gewitter verzog sich. Sie stieg aus, streckte ihren Rücken und ging ein paar Schritte den Feldweg entlang. Dumpf und feucht drückte die Luft gegen ihre Lungen. Unruhig schweiften ihre Blicke über die Hügel. Das düstere Licht goss Schatten auf das Gras. Wolken, unförmig wie Geschwulste, klebten am Himmel. Wieder Donner, diesmal weit weg. Die Reichsburg lag nun fast im Dunkeln. Katinka legte den Kopf in den Nacken und sah in den Himmel.

Sie hörte den Schuss nicht sofort. Er mischte sich mit einem dröhnenden Donnerschlag. Irritiert sah sie sich um. Konnte es hier ein Jagdgebiet geben? Noch ein Schuss. Der klang nah. Sie sah zu ihrem Auto. Unschuldig stand es auf seinen drei intakten Reifen an der Straße. Katinka runzelte die Stirn. Aus Instinkt ging sie auf den Käfer zu. Langsam. Bis der nächste Schuss dröhnte. Sie warf sich auf den Boden. Die Schüsse kamen von der anderen Straßenseite. Ihr Wagen parkte genau in der Schusslinie. Katinka kniff die Augen zusammen. Sie konnte niemanden sehen, aber dort drüben gab es genug Sträucher und Knicke in den Hügeln, hinter denen ein Schütze sich verbergen konnte.

Die Erkenntnis traf sie wie ein Kolbenschlag: Er schießt auf mich.

Nachdenken!, befahl sie sich. Sie kullerte in den Graben neben dem Weg und wiederholte, was sie über Schusswaffen wusste. Zwischen ihr und dem günstigsten Versteck drüben auf dem Hügel lagen mindestens hundert Meter. Vielleicht ein paar mehr. Keine Distanz für eine Pistole. Eher für ein Gewehr. Ein Jagdgewehr möglicherweise. Die meisten Modelle, daran erinnerte sie sich, besaßen Fünf-Schuss-Magazine. Dreimal hatte ihr Angreifer geschossen. Sie musste ihn dazu bringen, noch zweimal abzudrücken. Dann würde er nachladen müssen, und sie hätte Zeit für einen Sprint. Ihre Beretta würde ihr nichts nützen. Die Distanz war zu groß. Wenn der Schütze geübt war, brauchte er nicht lange, um das Magazin zu wechseln. Katinka verdrehte sich den Hals. Eine halbe Minute würde ihr reichen, um bis zum Waldrand zu rennen. Vielleicht schoss er auch gar nicht auf sie. Vielleicht bildete sie sich das alles ein. Hatte keine Schüsse gehört, sondern Donner. So wie jetzt gerade. Angespannt sah sie zum Himmel. Die letzten blauen Flecken waren zugezogen, der Wind frischte auf.

Probieren, dachte Katinka, ging schon immer über Studieren. Sie richtete sich auf und kroch aus dem Graben. Trat auf den Weg und machte ein paar Schritte. Je länger sie ihm die Möglichkeit gab, zu zielen, desto größer war die Gefahr, dass er sie traf. Er. Oder sie. Katinka duckte sich, rannte ein Stück und richtete sich wieder auf. Das Gleiche in die andere Richtung. Tauchte durch den Graben auf das Feld daneben. Ein Schuss krachte. Sie fiel auf den Bauch, rollte sich zur Seite, sprang auf, lief. Schlug einen Haken. Noch ein Schuss.

Jetzt. Katinka spurtete los, zählte die Sekunden, während ihr Herz hämmerte und stampfte und ihre Beine hart im Rhythmus ihrer keuchenden Atemzüge über den Feldweg trommelten. Als sie den nächsten Schuss hörte, war sie nahe genug an den Bäumen, um sich zu Boden zu werfen und in ihren Schatten zu kriechen.

Sie hockte sich kurz hin, nach Luft schnappend, lief dann gebückt noch tiefer in den Wald. Donner eskortierte den folgenden Schuss. Noch drei hat er, dachte Katinka, während sie schwer atmend Hardos Nummer wählte. Geh ran. Bitte, geh ran.

 

Pfeilgift von Friederike SchmöePfeilgift

Katinka Palfys siebter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2008
278 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 978-3-89977-756-7

Auch als E-Book erhältlich.

Privatdetektivin Katinka Palfy braucht eine Auszeit. Sie nimmt deshalb in den unterfränkischen Haßbergen an einem Kurs in Bogenschießen teil. Mit Paula Stephanus, einer anderen Teilnehmerin, freundet sie sich an. Nach einer durchzechten Nacht liegt Paulas Mann Hagen tot im Wald: In seinem Bein steckt ein Pfeil.

Laut Obduktion starb er einen qualvollen Tod, verursacht durch das Pfeilgift Curare. Während die Polizei den Mörder jagt, bittet die verängstigte Paula Katinka um Schutz. Doch auch Paula ist verdächtig, immerhin wollte sie sich von Hagen trennen. Und von seinen Geschäften mit gefährlichen Substanzen weiß sie auch mehr, als gesund für sie ist…

 

Spinnefeind von Friederike SchmöeSpinnefeind

Katinka Palfys achter Fall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Juli 2008
371 Seiten, 11x 18 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 978-3-89977-782-6

Auch als E-Book erhältlich.

Jens Falk, Mathematiklehrer und Hobby-Kryptoanalytiker, steckt in der Klemme: Im letzten Halbjahr sind nicht nur wichtige Klausuren und Schülerakten verschwunden, sondern auch sein Schüler Hannes Niedorf – während einer Exkursion mit Falk. Aus Angst um seinen Job sucht er Hilfe bei Privatdetektivin Katinka Palfy. Sie soll die wahren Hintergründe aufdecken.

Da wird Doris Wanjeck, Falks Ex-Verlobte, ermordet, und der Lehrer ist dringend tatverdächtig. Gemeinsam mit seiner Anwältin macht sich Katinka an die Aufklärung des Falls, fühlt sich aber bald von der Juristin hintergangen. Wie gerufen kommt da das Angebot ihres ehemaligen Archäologieprofessors, an einer dreimonatigen Ausgrabung in Libyen teilzunehmen. Doch es scheint, als würde jemand gezielt versuchen, die einzige Person aus dem Rennen zu werfen, die an Falks Unschuld glaubt…

Süßer der Punsch nie tötetSüßer der Punsch nie tötet von Friederike Schmöe

Ein bitterböser Krimi zu Advent.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, 2010
187 Seiten, 11x18 cm, Paperback, € 8,90
ISBN 3-89977-643-7

Auch als E-Book erhältlich.

Adventszeit in Bamberg. Privatdetektivin Katinka Palfy hat die Nase voll von Tiefkühlkost und besucht einen Weihnachtskochkurs bei der italienischen Starköchin Caro Terento. Doch während Katinka und die anderen Kursteilnehmerinnen am Herd stehen, fällt plötzlich eine Frau tot um. Ein Alptraum für die berühmte Köchin!

Auf der Suche nach Mörder und Motiv folgt Katinka einer nach Salbei und Knoblauch duftenden Spur durch das vorweihnachtliche Franken…

Leseprobe aus Süßer der Punsch nie tötet

1. Dezember

(...)

(Im Kochkurs)
Katinka entschied sich für Spaghetti Bolognese, allerdings mit selbstgemachter Hackfleischsoße, rührte gemächlich im Topf und beobachtete dabei die anderen Kochschüler. Halb Männer, halb Frauen, der Kurs schien gut durchgemischt.

„Die Jungs haben wahrscheinlich eine sexy Sizilianerin erwartet“, flüsterte Katinkas Herdnachbarin, eine dralle Frau, die sich an Saltimbocca alla romana versuchte. „Mein Ex würde nie einen Kochkurs machen! Und deswegen mache ich jetzt einen.“ Trotzig schnitt sie ein großzügiges Stück Butter ab.

PLOPP! Die Bolognesesoße war am Explodieren. Hastig rührte Katinka im Topf, drehte die Hitze zurück. Sie gab etwas von Gefells Chiliflocken in ihre Soße. Kurz darauf übergoss sie die Pasta mit dem blubbernden Sugo.

„Schmeckt es?“, fragte Caro Terento, die an Katinkas Platz vorbeikam, und probierte ungeniert direkt aus dem Topf. „Überzeugend, Signorina, überzeugend. Etwas zu pikant für meinen Geschmack, aber überzeugend.“

Katinka aß heißhungrig zwei große Schüsseln Nudeln, testete das Risotto eines anderen Teilnehmers und überlegte, welches Gericht sie als Nachspeise auswählen sollte, als ein Miauen sie aufschreckte.

Sie fuhr herum.

Die dralle Frau, die neben ihr am Herd gestanden hatte, hüpfte auf allen Vieren im Kreis und miaute. Sie schwang den Kopf hin und her, schrie jämmerlich auf, warf sich gegen das Bein eines Mannes, der es sich gerade mit seinem Hähnchenbrustfilet alla barbaresca gemütlich gemacht hatte. Eine Cherrytomate plumpste ihm von der Gabel, direkt vor die Nase der kleinen Frau, die mit dem Mund danach schnappte, die Tomate schluckte, aufkeuchte und mit einem Stöhnen am Boden liegenblieb.

„Madonna!“, schrie Caro Terento und kniete sich neben die Frau. „Rufen Sie einen Arzt, schnell! Sie atmet nicht mehr.“

Alle Teilnehmer standen mucksmäuschenstill da, wie versteinert. Dann endlich kam Bewegung in die Truppe, mehrere zückten gleichzeitig ihre Handys. Katinka hockte sich zu Caro Terento und tastete nach dem Pulsschlag. „Nichts“, sagte sie, nachdem ihre Finger mehrere Sekunden lang über den Hals der drallen Frau gewandert waren, die eben noch ihre Show abgezogen hatte.

„Madonna!“, wimmerte die Terento und warf die Arme in die Luft.

Katinka wählte Hardos Nummer. Ein Arzt würde hier nicht mehr helfen können.

„Was ist los?“, bellte Hardo in den Hörer. Er war wie immer total überarbeitet. Katinka stellte sich vor, wie er erschöpft über seinen kahlen Kopf strich.

„Mord im Kochkurs.“

„Du machst Witze!“

„Mach ich nicht. Schickt jemanden vorbei.“ Sie trank Wasser direkt vom Hahn an der Spüle. Gefells Chili hatte es in sich.

 

Lasst uns froh und grausig sein von Friederike SchmöeLasst uns froh und grausig sein

Hochspannung zum Weihnachtsfest. Katinka Palfys 2. außerordentlicher Weihnachtsfall.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, 2011
273 Seiten, 12x20 cm, Paperback, € 9,90
ISBN 978-3-8392-1186-1

Auch als E-Book erhältlich.

23.12.2011. Privatdetektivin Katinka Palfy sitzt in einem heruntergekommenen Bamberger Boxclub und observiert ihre Zielperson. Sie hofft, den mutmaßlichen Kunsthehler an diesem Abend in flagranti bei einem Deal zu erwischen.

Kurz darauf wird draußen eine Leiche entdeckt, auf deren Trenchcoat ein eigenartiger Hundepfotenabdruck zu sehen ist. Als später am Abend Blitzeis den Verkehr lahmlegt, sitzen alle im Club fest und sind auf ihre eigene Cleverness angewiesen, um herauszufinden, was sich zugetragen hat und wer der Mörder ist…

 

Rosenfolter von Friederike SchmöeRosenfolter

Ein neuer Fall für Katinka Palfy.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, 2012
12 x 20 cm, € 11,90
ISBN 978-3-8392-1275-2

Auch als E-Book erhältlich.

Bamberg, kurz vor der Eröffnung der Landesgartenschau im April 2012. Auf dem Ausstellungsgelände werden kurz nacheinander ein Ohr, ein Finger und eine Hand gefunden, jeweils gebettet auf einem Kissen aus roten Rosen. Ein Rachefeldzug?

Als schließlich noch eine Leiche im Fischpass, dem Öko-Vorzeigeprojekt der Gartenausstellung, liegt, bricht endgültig Panik aus. Privatdetektivin Katinka Palfy, Hauptkommissar Harduin Uttenreuther und Reporter Dante Wischnewski ermitteln…

 

Still und starr ruht der Tod von Friederike SchmöeStill und starr ruht der Tod

Ein bitterböser Weihnachtskrimi.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, 2012
12 x 20 cm, € 9,90
ISBN 978-3-8392-1317-9

Auch als E-Book erhältlich.

Simone, einst nach Südfrankreich ausgewandert, folgt der Einladung ihrer Freundin Rita, die Vorweihnachtszeit bei ihr in Franken zu verbringen und ihren Literatur-und-Fress-Zirkel kennenzulernen.

Doch die ehemalige lustige Rita hat sich in eine verbitterte, intolerante Langweilerin verwandelt. Das Treffen endet im Streit und dann ist Rita verschwunden. Zwei Mitglieder aus dem Buchclub sterben. Privatdetektivin Katinka Palfy soll helfen…

Leseprobe aus Still und starr ruht der Tod

Es gibt Momente, in denen man einfach tut, was getan werden muss, in denen das Leben einem die Regieanweisung ganz deutlich gibt. Und so kam es, dass die drei im Wagen saßen und vergeblich versuchten, dem Tod, den ihnen der kalte, oberfränkische Winter bringen würde, zu entkommen. Endlich keine Diskussionen mehr! Und getrauert hatte ich sowieso schon genug.

Ich habe nichts anderes gemacht, als eine geniale Idee beim Schopf zu packen. Den Rest hat der Wagen gemacht. Die elektronische Türverriegelung, um genau zu sein. Du steigst aus, wirfst die Tür hinter dir zu, machst einmal 'klick', und man kriegt die Türen von innen nicht mehr auf, so sehr man auch rüttelt, an die Fenster trommelt und kreisch. Selbst die Fenster lassen sich nur elektronisch öffnen, daher ist hier genauso wenig ein Ausstieg zu erhoffen - nichts zu machen. Sobald die Karre steht und der Motor aus ist, schaut's mau aus. Ich sah Frau 1 rumschreien. Der Luftschwall aus ihrem Mund ließ die Scheiben von innen anlaufen. Frau 2 wandte sich dem Mann zu. Sie schlüpften in ihre üblichen Rollen. Füllten sie ganz aus. Darin waren sie ganz groß.

 

Zuträger von Friederike SchmöeZuträger

Ein neuer Fall für Katinka Palfy.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2015
308 Seiten, 12x20 cm, Paperback, € 12,99
ISBN 978-3-8392-1685-9

Auch als E-Book erhältlich

Jana, die neue Klientin von Privatdetektivin Katinka Palfy, hat gerade eine Stelle beim Bamberger Ableger des IT-Unternehmens Kvintu bekommen. Ihr Traumjob! Sie trainiert sogar mit dem Kvintu-Team für den Weltkulturerbelauf.

Doch sehr bald erweist sich die Stelle als Albtraum. Hanne, die sie in ihre Arbeit einweist, verschwindet spurlos aus der Firma, Jana wird massiv gemobbt. Und eines Tages treibt ein totes Mädchen in der Regnitz. Sie war Praktikantin bei Kvintu...

 

Leseprobe aus "Zuträger"

Wenn sie rennt ... das ist so eine Energie, die sie da freisetzt ... sie ist stark ... unschlagbar! Und ein super Gefühl, den Schriftzug auf dem Trikot zu haben. Genau diesen. Die Firma hat die Shirts extra bedrucken lassen. Superschick, mit den blauen Buchstaben.

Das ist ein Feeling ... dazugehören ... sie rennt und rennt, und während sie ihre Füße auf den weichen Boden hämmern lässt, denkt sie darüber nach, wie sie es anstellen kann, nicht nur dazuzugehören, sondern dabeizubleiben ... Noch vor ein paar Wochen hätte sie was drum gegeben Member zu werden! Sie wollte zu allen Bedingungen dazugehören. Hat sie doch ständig bewiesen. Wenn sie trainiert, verbissen trainiert ... dann wird man auf sie aufmerksam. Sagt Hanne nicht immer, sie muss sich mit den richtigen Leuten anfreunden?

Lange verstand sie Hannes schiefes Lächeln nicht. Dabei läuft Hanne jetzt auch. Alle laufen. Fast alle ...

Die Sonne scheint durch das hellgrüne Blattwerk. Drüben im Hainbad sonnen sich schon ein paar Leute. Schwimmen traut sich bislang keiner. Aber die Lichtreflexe im Fluss – ein Traum. Am Ufer steht ein Angler, starrt gelangweilt auf den Fluss und raucht.

Selbst einer, der vielleicht Selbstgespräche führt, so wie sie es oft macht. Du fühltest dich so frei, so überlegen ... weil du liefst. Weil du es besser machtest. Weil du was für deine Zukunft tatst. Für deine Gesundheit. Mit dem Laufen und dem blauen Schriftzug auf dem Trikot. Das fühlte sich cool an. Unglaublich cool!

Auf der richtigen Seite stehen. Auf der Seite der Sieger. Derjenigen, die alles richtig gemacht haben. Die hart zu sich selbst sind, diszipliniert; sie wird den Halbmarathon laufen. Sie hat keine Angst. Nicht vor dem Wetter, nicht vor den Strapazen, nicht, dass sie plötzlich zusammenbrechen könnte. Sie trainiert seit einem halben Jahr. Es läuft gut.

Sie lächelt, während ihr der Schweiß in die Augen rinnt. Laufen ist einfacher als alles andere.Beim Laufen hat sie keine Kapazität zum Grübeln frei.

Ein Rad nähert sich von hinten. Das nervt echt. Erst hört sie sie kaum, und dann klingeln sie einen vom Weg, die Radfahrer, als wäre sie ein Tier, das man flott verscheuchen kann. Sie läuft direkt am Ufer. Der Weg ist matschig, gestern hat es geregnet, aber sie ist  trittsicher. Obwohl die Böschung zur Regnitz runter steil ist, braucht sie kein Tempo zurückzunehmen.

Der Schnösel auf dem Rad sagt nicht mal „danke“, als sie ihn vorbeilässt. Matsch spritzt ihr an die Beine. Blödmann! Hätte ihr ruhig mehr Platz lassen können. Ganz kurz gerät sie ins Taumeln. Fängt sich sofort. Der Weg ist wirklich zu schmal für Räder und Läufer zugleich, vor allem, wenn der Boden so durchweicht ist. Der steil nach oben führende Hang rechts, der Fluss links. Da passt nur einer bequem hin, und dieser Radfahrer hat sich kaum bemüht, ein bisschen näher am Hang zu fahren. Manche Männer, die auf dem Rad vorbeikommen, pöbeln sie sogar an. „Na, Kleine, da hüpfen die Möpse, was?“ – „Mädel, trainierst du für den Bambini-Lauf?“

Wenn das Shirt mit der blauen Schrift ihnen schon keinen Respekt abverlangt ... Aber bei den Bambergern weiß man ohnehin nie. Ob die überhaupt überreißen, was für Schätze sich in ihrer Stadt verbergen. Mal abgesehen von den Museen und Kirchen.

Sie wirft einen Blick zurück. Nur um sicherzugehen, dass nicht noch ein Zweirad kommt und sie gleich rammt. Ganz hinten sieht sie jemanden, doch der zählt nicht, ein Fußgänger, der holt sie sowieso nicht ein.

Ihr Herz schlägt heftig, aber gleichmäßig, die Pulsuhr sagt, alles in Ordnung, sie ist nicht im anaeroben Bereich, wenn der Körper Muskelmasse angreift, um zu überleben. Sie beschleunigt. Nur ein bisschen.

Gleich ist sie beim Minigolfplatz, vorher kommt die frühere Jugendherberge Wolfsschlucht, anschließend wird sie über die Brücke zur Buger Spitze abbiegen und zurücklaufen durch den Hain bis nach Hause, ein paar extra Schleifen machen, damit sie die Kilometerzahl steigert.

Sie erinnert sich dunkel, dass die Wolfsschlucht umgewidmet werden sollte. Irgendwas über ein Asylbewerberheim hat sie in der Zeitung gelesen. Oder ging es um ein Jugendzentrum? Ist länger her. Egal, was soll’s, sie übernachtet weder in der einen noch in der anderen Einrichtung. Sie sorgt dafür, dass sie vorankommt im Leben. Dachte sie jedenfalls bislang immer.

Sie hört ein komisches Geräusch hinter sich. Klingt nicht wie ein Rad. Ihr Herz stolpert, das spürt sie mit einem Mal, dabei ist sie doch so fit, ihr Ruhepuls liegt bei 42 ... auch so eine Sache, die dazu führt, dass sie sich großartig fühlt. Unter den Auserwählten mit dem niedrigen Ruhepuls zu sein. Sie gehört zu denjenigen in der Firma, die nie den Lift nehmen. Die sich innerlich kaputtlachen über die Halbleichen, die nach drei Treppenstufen schon keuchen.

Zasch-zasch-zasch, machen die Schuhe. Dumpfer Ton auf aufgeweichtem Boden.

Trotzdem will sie sich umdrehen. Man muss ja wissen, was hinter einem liegt.

Gerade noch rechtzeitig. Sie blickt zurück und gerät fast ins Stolpern. Das endet böse. Jetzt rast ihr Herz, beschleunigt, will aus dem Brustkorb raus, Panik, Entsetzen, das kann doch nicht wahr sein, Leugnung, Schock, Reaktion, nicht aus dem Hirn, aus dem Rückenmark, das ist der kürzere Weg. Wo ist nur die verdammte Wolfsschlucht, da könnte sie vielleicht über den Zaun springen oder einfach reinrennen, Tür zuschlagen, aber das alte Haus ist unerreichbar weit ... man will in Situationen wie diesen mit dem Schicksal verhandeln ... ist bereit, alles Mögliche im Tausch anzubieten, um zu überleben ...

Wie leise das alles vonstatten geht, fast lautlos!

Sie stürzt die Böschung hinunter ...

 

Dohlenhatz von Friederike SchmöeDohlenhatz

Ein neuer Fall für Katinka Palfy.

Meßkirch: Gmeiner-Verlag, Februar 2017
274 Seiten, 12x20 cm, Paperback, € 12,99
ISBN 978-3-8392-2048-1

Philipp Heller, Luther-Experte und eher im 16 Jahrhundert als in der Gegenwart zu Hause, wird erpresst. Doch nicht um Geld: Er soll einen Stadtrat umbringen!

Entsetzt bittet er Privatdetektivin Katinka Palfy, den Erpresser zu finden. Die entdeckt bald einen Zusammenhang, der weit in die Vergangenheit führt. Eine bizarre Erpressung. Eine aufwühlende Zeitreise. Ein Katinka-Palfy-Fall vom Feinsten.